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(asl).
Für seine Verdienste um die Sozialdemokratie erhielt
Wilhelm Reichert jetzt die Willy-Brandt-Medaille. Während
des Sommerfests der Glauburger SPD überreichte Herbert
Unger, stellvertretender SPD-Unterbezirksvorsitzender, die
höchste Auszeichnung der SPD an ein sozialdemokratisches
Urgestein. Wir haben Dich immer sehr geschätzt
und gemocht, und das ist immer noch so, sagte Unger
im Schulhof der Alten Schule in Glauberg. Reichert sei immer
ein politisches Vorbild in der Wetterau gewesen, fügte
Unger an und drückte seine Hochachtung vor einem Menschen,
aus, der so viel in seinem Leben ehrenamtlich tätig
war.
Seit 1955 ist
Reichert SPD-Mitglied. Von 1964 bis 1968 und von 1974 bis
1977 war Reichert Vorsitzender des Ortsverbands Stockheim
und dann des Ortsverbands Glauburg. Dem SPD-Kreisverband Büdingen
saß er von 1962 bis 1972 vor. Von 1970 bis 1987 wirkte
er als Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Ausschusses
für Landwirtschaft und Forsten. 30 Jahre war Reichert
Mitglied der Glauburger Gemeindevertretung, davon 27 Jahre
als Vorsitzender.
Ebenfalls drei
Jahrzehnte war Reichert Vorsitzender des Vorstands der AOK
Büdingen. Bei der Kreissparkasse wirkte er als Mitglied
im Verwaltungsrat mit. Zehn Jahre war Reichert Vorsitzender
des Kreisverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)
und 20 Jahre Vorsitzender des SDW-Ortsverbands Glauburg. Auch
gewerkschaftlich engagierte sich Reichert 25 Jahre lang auf
Kreisebene. Er erhielt den Ehrenbrief des Landes Hessen, ist
Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande 1. Klasse,
wurde mit der Dr. Johann Christian Eberle-Medaille der Sparkasse
ausgezeichnet, bekam den Ehrenteller des Hessischen Bauernverbands,
ist Ehrenbürger der Gemeinde Glauburg und Ehrenkommandant
der Freiwilligen Feuerwehr Stockheim.
Es war
mir irgendwann ein Bedürfnis, ein Sozialdemokrat zu sein,
bedankte sich Reichert gerührt. Wenn meine Arbeit
dazu beiträgt, dass der Schwächste der Schwachen
eine Mark über das Notwendigste hinaus hat, dann ist
die Politik in Ordnung, erklärte er seine Motivation,
politisch aktiv zu werden.
In seiner kurzen
Dankesrede sparte er nicht mit Kritik an der aktuellen Politik
der Koalition in Berlin. SPD und CDU seien nach dem Krieg
angetreten, um gerechte und soziale Politik zu machen, sagte
Reichert, der vor wenigen Tagen seinen 82. Geburtstag feierte.
Erinnert Euch daran, damit das Volk den Glauben an Euch
nicht verliert, schickte er eine Mahnung an die Bundespolitiker.
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